Mit dem Wohnmobil rund um Bordeaux und ans Meer – eine Woche Genuss, Wein & Wellen

Ein bisschen Wein, ein bisschen Atlantik und ganz viel Freiheit: Ende Mai haben wir uns mit dem Wohnmobil auf den Weg in den Südwesten Frankreichs gemacht – Ziel war die Region rund um Bordeaux und ein Stück der wilden Atlantikküste.

Zwischen historischen Weindörfern, charmanten Städten, Pinienwäldern und endlosen Stränden haben wir eine Woche lang den Frühling ausgekostet – mit entspannten Stellplätzen, spontanen Abzweigungen und der ein oder anderen kulinarischen Entdeckung.

Die Nebensaison zeigt sich von ihrer ruhigen Seite: viel Platz, wenig Trubel – dafür aber auch hier und da noch geschlossene Strandbars oder Restaurants. Für uns genau richtig, um abzuschalten, durchzuatmen und den Tag so zu nehmen, wie er kommt.

Wer Lust auf eine entspannte Rundreise durch Frankreich hat – mit gutem Wein, einer Prise Meeresluft und dem Duft von Pinien in der Nase – findet in diesem Beitrag viele Eindrücke, Tipps und Stellplatz-Empfehlungen. Und vielleicht auch ein bisschen Sehnsucht nach der nächsten Auszeit.

Erste Etappe: Aachen -> Guilleville (Orléans)

Der Feiertag Christi-Himmelfahrt bringt uns um 15.30 Uhr endlich auf die Straße. Unser Plan: Paris hinter uns lassen und idealerweise in Orléans übernachten. Tatsächlich klappt alles wunderbar, denn der Feiertag sorgt für wenig Verkehr, kaum LKWs auf den Straßen – ein echter Glücksfall. Über die App CamperContact finden wir einen kleinen, feinen Stellplatz an einem Bauernhof in Guilleville, nur 5 Kilometer von der Autobahn entfernt. Für 5 Euro darf unser Wohnmobil dort übernachten, Wasser und WC-Entsorgung sind inklusive. Ein echter Geheimtipp für alle, die eine unkomplizierte Zwischenstation suchen – hier fühlt man sich fast wie zu Hause, umgeben von Natur und Ruhe.

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  • Aachen -> Guilleville (Orléans)
  • 514 km | 7,5 Stunden
  • Übernachtung: Air de Camping Car, 2 Rue des Acacias, 28310 Guilleville
  • Koordinaten: 48.22461171689748, 1.7973458844536268

Zweiter Tag: Guilleville -> Saint Émilion

Nach einer erholsamen Nacht geht es weiter Richtung Saint Émilion. Trotz etwas mehr Verkehr kommen wir gut voran und erreichen unser Ziel am frühen Nachmittag. Die Hitze fordert uns zu einer Pause heraus, also genießen wir den Nachmittag entspannt auf dem Yelloh Campingplatz. Familienfreundlich, mit Schwimmbad und kleinen Ferienhäusern, aber leider etwas wuselig für unseren Geschmack. Wer Ruhe sucht, sollte sich besser einen anderen Platz aussuchen.

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Saint Émilion – ein Traum aus Wein und Geschichte

Am nächsten Tag geht es hinein in die verwinkelte Altstadt von Saint-Émilion – ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Sanft geschwungene Hügel, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und historische Häuser, die von Jahrhunderten voller Weinbau erzählen. Ein Weingeschäft reiht sich ans nächste, überall laden Winzer zu Kellerführungen und Verkostungen ein – mal ganz klassisch, mal modern inszeniert.

Besonders beeindruckend ist die monolithische Kirche, die direkt aus dem Felsen gehauen wurde, sowie der weite Blick über die umliegenden Weinberge. Kein Wunder, dass Saint-Émilion zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt – hier trifft Geschichte auf Genuss in seiner schönsten Form.

Der Ort liegt rund 35 Kilometer östlich von Bordeaux im Herzen der gleichnamigen Appellation. Die Rotweine aus Saint-Émilion – vor allem aus Merlot und Cabernet Franc – gehören zu den renommiertesten Frankreichs. Ein Muss für alle, die Wein nicht nur trinken, sondern auch erleben wollen.

Für die Nacht finden wir einen besonderen Stellplatz auf dem Weingut Chateau Arnaud de Jacquemeau. Strom gibt es für 5 Euro, und am Abend erwartet uns eine kleine Weinprobe direkt auf dem Platz – vorgestellt von einer Freundin des Winzers. Ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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Bordeaux – Klein-Paris mit Charme und Genuss

Bordeaux, die elegante Hauptstadt der gleichnamigen Weinregion im Südwesten Frankreichs, bietet eine spannende Mischung aus Geschichte, Genuss und urbanem Lebensgefühl. Auch wenn uns die Stadt auf dieser Reise nicht vollends überzeugt hat, gibt es doch einige Ecken, die im Gedächtnis bleiben.

Sehenswerte Viertel & Plätze

Die Altstadt mit ihren engen Gassen und historischen Fassaden lädt zum Bummeln ein. Besonders das Viertel Saint-Michel rund um die gleichnamige Basilika ist lebendig und leicht alternativ geprägt. Neben multikulturellen Läden und kleinen Cafés prägt der hohe Glockenturm das Stadtbild.

Einer der ikonischsten Orte ist der Place de la Bourse mit dem Miroir d’eau nem flachen Wasserbecken, das die barocken Gebäude spiegelnd in Szene setzt. Gerade an warmen Tagen ist der Platz ein beliebter Treffpunkt.

Ein Stück weiter nördlich liegt der Place des Quinconces, einer der größten Stadtplätze Europas. Das imposante Monument aux Girondins erinnert an die politischen Opfer der Französischen Revolution – samt Brunnen, Bronzeskulpturen und viel Platz zum Verschnaufen.

Moderne Stadtprojekte

Ein spannendes Kontrastprogramm zur historischen Innenstadt bietet das Darwin Eco-Système auf der rechten Seite der Garonne. In einem alten Kasernengelände ist ein kreatives Zentrum entstanden – mit Street-Art, Biorestaurant, Concept Stores, Skatehalle und alternativer Atmosphäre. Ideal, um Bordeaux mal abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten zu erleben.

Kulinarische Bordeaux-Tipps

Ein Muss für Feinschmecker ist die Gegend rund um die Cité du Vin, das moderne Weinmuseum im Norden der Stadt. Die Ausstellung selbst ist interaktiv und beeindruckend gestaltet – besonders für Weininteressierte lohnt sich ein Besuch. Direkt gegenüber befindet sich die Markthalle Les Halles de Bacalan, ein kulinarischer Hotspot mit lokalen Produzenten, Ständen und kleinen Küchen. Perfekt für eine Mittagspause – hier lässt sich authentisch und hochwertig essen, ohne steif im Restaurant zu sitzen.

Weitere Tipps

  • Die Rue Sainte-Catherine, mit 1,2 km eine der längsten Fußgängerzonen Europas, bietet bekannte Marken und volle Einkaufstaschen – wer gerne shoppt, wird hier fündig.
  • Der Marché des Quais am Sonntag ist ideal für regionale Produkte, frische Austern und einen entspannten Start in den Tag direkt an der Garonne.
  • Für den süßen Hunger: Cannelés – kleine, karamellisierte Küchlein mit Vanille und Rum – gehören zu Bordeaux wie der Wein. In jeder Patisserie erhältlich, besonders gut bei Cassonade.

Bordeaux ist eine elegante Stadt mit viel Geschichte, modernen Projekten und kulinarischem Profil. Auch wenn nicht alles sofort begeistert, lohnt sich ein Stopp – besonders für alle, die sich für Wein, Architektur oder gutes Essen interessieren.

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